Hochrad

(Foto: radlmax )

Heute bloggt unsere Franchisenehmerin Maren Kampmann aus Münster: Zugegeben der Titel ist nicht neu, aber wenn man an die Stadt Münster denkt und „Münster als Lebensgefühl“ erklären will, dann kommt man an einem Phänomen der Stadt Münster nicht vorbei. Gemeint sind nicht die Studenten, gemeint ist nicht das Kneipenleben, gemeint ist nicht die Kunstszene oder Münster als die Stadt des Westfälischen Friedens.

Nein, gemeint ist die Stadt Münster und das Rad!

Die Stadt Münster ist Fahrradhauptstadt Deutschlands und das nicht nur auf dem Papier. Jeder Münsteraner hat im Schnitt 2 Fahrräder, denn bei knapp 280.000 Einwohnern zählt man rund 500.000 Exemplare – Tendenz steigend!

Das Rad hat in Münster Tradition. Schon 1885 ergriff Anton Knubel die Gunst der Stunde und eröffnete in Münster das erste Fahrradgeschäft. Die ersten Räder waren sogenannte Hochräder, die vorwiegend von schnittigen und wagemutigen jungen Männern ausprobiert wurden. Erst später entwickelte sich daraus das Niederrad so wie wir es heute alle kennen. Daraus sind für die Firma Knubel etwas PS stärkere Vehikel geworden denn dort gibt’s heute keine Räder mehr dafür aber Fahrzeuge aus Wolfsburg, Ingolstadt und Stuttgart. Und, wer weiß das schon, bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit im Jahre 1886 in Athen gewann Bernhard Knubel, eben der Bruder von Anton Knubel, eine Bronzemedaille beim Radrennen.

Heute hat sich vieles geändert. Radfahren wird nicht nur von einigen wenigen gepflegt! Nein, der Oberbürgermeister der Stadt genau wie der Polizeipräsident fahren mit dem Rad zur Arbeit und der Professor wie der Student nutzen das Rad als die schnellste Möglichkeit durch die Stadt zu kommen. Quer durch alle Einkommens-und soziale Schichten geht die Liebe zum Rad. Sozusagen von der Wiege an: als Kleinstkind kann man sich schon mal an das Gefühl gewöhnen auf 2 Rädern in Form von Fahrradanhängern. Später folgt dann natürlich jede Form des Rades: Mountain Bike, Hollandrad oder Rennrad. Das Angebot auf dem Markt der unterschiedlichsten Räder lässt dabei keine Wünsche offen.

Alle Fahrradfans finden in Münster ideale äußere Bedingungen vor. In der Stadt Münster verteilt sind insgesamt 290 km Radweg. Autos spielen oft die zweite Geige, denn Fahrradampeln und extra Fahrspuren für Räder sorgen für einen meist reibungslosen Ablauf im täglichen Chaos und Positionskampf Auto gegen Rad. Dafür sorgt auch die Polizei der Stadt Münster: sie schickt ihre Polizisten mit schnittigem Outfit und Helm auf dem Kopf aufs Rad. So ausgestattet ahnden sie Regelverstöße und kontrollieren den Alkoholpegel der Radler. Außerdem wird natürlich überprüft, dass jeder auch nur das Rad benutzt, zu dessen Verwendung er berechtigt ist.

Aber was wären die Radler ohne die Promenade der Stadt Münster? Was die „Promenade“ ist, mag sich der geneigte Leser hier und jetzt fragen?!

Die Promenade ist Münsters beliebtester und meist genutzter Radweg. 10.000 Radler strampeln jeden Tag auf diesem 4,5 km langen Radler Highway rund um die Innenstadt. Johann Conrad Schlaun ist im 18. Jahrhundert auf die geniale Idee gekommen die mittelalterliche Stadtmauer in eine Fahrspur für Kutschen rund um die Stadt zu verwandeln. Dieser Kutschweg wurde dann noch mit 4000 Lindenbäume begrünt. Seit dem wird Münster als „Stadt im Lindenkranze“ in Studentenliedern besungen. Da wir heute keine Kutschen mehr haben, ist Platz für die Radler, die ungestört der Autos ihre Runden drehen können.

Trotzdem gibt es auch Probleme mit den unzähligen Rädern. Eines der Probleme ist – wie beim Autoverkehr – das Parkproblem. Jedes stillstehende Rad braucht einen Standort. Um bei der Vielzahl von Rädern die größte Not diesbezüglich zu lindern gibt es an Münsters Hauptbahnhof das erste unterirdische Fahrradparkhaus der Bundesrepublik. Stellplätze für 3.300 Räder inklusive einer Werkstatt und einer Fahrradwaschanlage findet der Radliebhaber dort vor. Und jeder der diese Fortbewegungsart mal ausprobieren möchte hat die Möglichkeit ein Rad zu leihen.

Die herausragende Bedeutung des Fahrrads für die Stadt Münster zeigt sich darin, dass es in der nur in Münster vorkommenden alten Geheimsprache der Arbeiter, Gauner und Handwerker, dem Masematte, ein Wort eben für das 2-rädrige Fortbewegungsmittel gibt, nämlich das Wort „Leeze“. Dabei ist „Leeze“ wahrscheinlich als Kurzform für das Wort Velociped, was soviel bedeutet wie „Schnellfuß“, entstanden.

Was bleibt zu sagen: auf nach Münster, eine Leeze leihen und los geht’s. Das ist das Lebensgefühl der Stadt Münster!

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