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Lifestyle in Großstadt Bezirken – Wie unterschiedliche Szene Bezirke ihren Hype leben

  • 12. Aug. 2010 |
  • eat-the-world
  • Kultur

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(Foto: Seedeich)

New York, Rio, Tokio….so singt es Trio Rio in dem bemühten Song von 1986.
Diese Mega Citys und Metropolen haben bewiesen, was es bedeutet, eine Multikultur und In-Szene zu produzieren und unglaubliche Anziehungskraft auf die jungen, kreativen und experimentierwilligen Menschen zu erzeugen.

Seit einigen Jahren ist Berlin aber auch auf der Liste der In-Städte weltweit. Multikulturell, verrückt, zeit- und schlaflos. Und vor allem sich immer wieder neu erfindend.
Das Phänomen hierbei ist, dass nicht permanent die gesamte Stadt angesagt und hipp ist. Der Trend wandert. So wie sich der Lifestyle ändert.
War es Anfang der 90er noch der Prenzlauer Berg, der den absoluten Hype auf alle Andersdenker und Urbanisten ausübte, wohnen hier mittlerweile gut situierte Familien die dem LOHA Lifestyle (Lifestyle of health and sustainability)  leben. Also gesund und Bio auf sehr hohem Preisniveau. Die Szene verlagerte sich Richtung Friedrichshain, Kreuzberg und schwappte über auf Neukölln. Ehemals Bezirke, deren „Szene“ eher als beängstigend und kriminell abgetan wurden, sind heute „ the place to be“. Neben den angesagtesten Musikclubs gibt es hier nun aber auch endlich Interesse an der Kultur der Immigranten, die hier schon seit vielen Jahrzehnten leben. Diese kann man zum Beispiel bei einem kulinarischen Stadtrundgang durch Kreuzberg life erleben.
Szene Bezirk bedeutet aber nicht automatisch, dass alles besser wird. Denn automatisch mit der steigenden Nachfrage steigen zum Beispiel auch die Mieten für Wohnungen sowie Stellplätze.
Das ist besonders in der Hansestadt Hamburg ein großes Streitthema. Der ehemalige linksautonome Bezirk „Schanzenviertel“ ist zu dem Szeneort schlechthin geworden. Jeder wollte nun in den suburbanen kleinen Straßen um die Rote Flora oder über einem der Cafe´s der Susannenstraße eine schmucke Altbauwohnung haben. Eine Wohnung in Hamburg zu mieten ist im deutschlandweiten Vergleich ohnehin teuer, an der Schanze mittlerweile nahezu unmöglich. Somit können sich die, die von Beginn an das Flair dieser Szenebezirke gelebt haben, sich ihr Dasein finanziell nicht mehr leisten und werden verdrängt.
Ein Kreislauf, der sich nicht wirklich aufhalten lässt. Oft hört man wütende Stimmen hierzu.
Doch bei genauer Betrachtung stelle ich mir die Frage, ist es wirklich eine Ungerechtigkeit oder bringt nicht gerade dieser stete Wandel so viele neue Einflüsse in unser Leben?


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