Fuggerei Augsburg

Unsere Franchisenehmerin Christine Mitzkat aus Augsburg berichtet über das älteste Sozialsiedlungsprojekt weltweit. Sie selbst lebt in Augsburg und ist sehr an Kultur und Geschichte interessiert, vor allem wenn es um Ihre Lieblingsstadt Augsburg geht. Erfahren Sie von eat-the-world mehr über die Fuggerei und den ursprünglichen Sinn des Baus des sozialen Projektes.

Die Entstehung der weltbekannten Fuggerei

1521 stiftete Jakob Fugger „der Reiche“ die Augsburger Fuggerei. Bei der Fuggerei handelt es sich um die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt und das bekannteste Denkmal der Familie Fugger. Sie war gedacht für Augsburger Bürger, die in Armut abzugleiten drohten. Aber: Ihre Bewohner waren keine Almosenempfänger. Vielmehr sollten sie nur solange mit günstigem Wohnraum versorgt werden, bis sie wieder einen eigenen Hausstand gründen konnten. Jakob Fugger war somit, mit seinem Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe, nicht nur Martin Luther sondern auch den später folgenden katholischen Sozialreformern weit voraus.

Die Fuggerei in Augsburg zur heutigen Zeit

Die Bedürftigkeit von Antragstellern wird heutzutage durch das Augsburger Sozialamt geprüft, die Entscheidung über die Aufnahme in die Siedlung obliegt aber dem Fuggerschen Familienseniorat. Vor allem muss der Bewerber Augsburger und nachweislich unverschuldet in Not geraten sein. Zudem ist die katholische Konfession Voraussetzung für einen Einzug. Sämtliche Bewohner der Fuggerei müssen, laut Vertragsbedingung, dreimal täglich für die Familie Fugger beten: ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria, eben ein rein katholisches Gebet. Die Forderung nach täglichen Gebeten für die Gründer erklärt sich dadurch, dass zu Zeiten der Erbauung der Ablasshandel noch in vollem Gange war. Die Menschen versuchten also alles, um sich hier auf Erden ihrer Sünden zu entledigen und ihr persönliches Paradies zu erkaufen. Jakob Fugger, der Reiche, der Bauherr, opferte nicht völlig selbstlos einen Teil seines Vermögens für Bedürftige, sondern vollbrachte mit seiner Sozialsiedlung einen Akt wohl berechneter Wohltätigkeit und glaubte, sich somit sein Seelenheil zu erwerben. Gekostet hat die Fuggerei darüber hinaus „nur“ etwa 20 000 Gulden, ein vergleichsweise geringer Betrag, wenn man bedenkt, dass Jakob Fugger seiner Frau schon mal einen orientalischen Stirndiamanten für etwa die gleiche Summe kaufte.

Ob Berechnung oder Mitgefühl, die etwa 140 Bewohner der 60 Quadratmeter großen Wohnungen sind dankbar für die Möglichkeit hier leben zu können. Für den Gegenwert eines rheinischen Guldens, heute etwa 88 Cent Jahreskaltmiete, können sie in einem der ockerfarbenen Häuser mit dunkelgrünen Fensterläden ein neues Zuhause finden. Es ist allerdings der Verdienst der heutigen Fugger, dass die ummauerte Fuggerei noch genauso funktioniert wie vor 500 Jahren. Sie leiteten nach den großen Zerstörungen während des 2.Weltkrieges den Wiederaufbau ein – ganz im Sinne der spendablen Ahnen.

Die Lage der prächtigen Fuggerei

Die Fuggerei, gelegen in der Augsburger Jakobervorstadt, ist ein Ensemble mit 8 Gassen: Diese „Stadt in der Stadt“ hat eine eigene Kirche, eine „Stadtmauer“ und „Stadttore“. Inschriftentafeln, das steinerne Lilienwappen und das Handelswappen der Fugger über den drei Toren der Fuggerei erinnern stets an die Stifter. Eine der Tafeln sieht man über dem Eingang an der Jakoberstrasse, zwei weitere befinden sich an den Außenseiten der Tore an der Ochsen- und Saugasse.

Nicht nur die Fuggerei erinnert in Augsburg an die Familie Fugger. In der Augsburger Altstadt stehen etliche weitere Bauten und Kunstwerke, die an den Spender in Not erinnern. Wenn Sie diese entdecken wollen und noch mehr Informationen über die Fuggerei, Familie Fugger im Allgemeinen und der Geschichte der Augsburger Altstadt erfahren möchten, können wir Ihnen unseren kulinarischen Stadtundrang von eat-the-world empfehlen. Begegnen Sie zum Beispiel dem Fuggerdenkmal von Hans Jakob Fugger auf dem Fuggerplatz, der Kirche St. Moritz am Moritzplatz oder dem Merkurbrunnen. Um Geschichte, Kultur und Kulinarik zu vereinen, bieten sich unsere Unternehmungen in Augsburg wunderbar an. Wir wünschen Ihnen viel Spaß!

P.S. Wenn Sie weitere sehenswerte Stadtteile von Augsburg erkunden möchten, empfehlen wir Ihnen außerdem einen kulinarisch-kulturellen Stadtrundgang durch das Augsburger Ulrichsviertel oder einen genussvollen Spaziergang über den Augsburger Stadtmarkt!

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