firstlightonbyron(Foto: Anthony Tancredi)

Anrufweiterschaltungen, Laptops mit WLAN, E-Mails abrufen über Handies und Smartphones…. Ständige Erreichbarkeit ist heutzutage kein Problem mehr. Im Gegenteil: Es ist schon fast schwierig, sich dem Online-Status zu entziehen. Arbeitgeber erwarten immer öfter, dass Mitarbeiter im Notfall auch im Urlaub zu erreichen sind. Selbstständige lösen sich nur schweren Herzens von der Online-Anbindung, denn es könnte ja immer etwas Wichtiges im E-Mail-Postfach landen. In der jetzigen Sommer- und Urlaubszeit stellt sich die Frage: Sollte man wirklich ständig erreichbar sein oder die Dinge auch einfach mal passieren lassen?

Neulich war ich mit Freunden ein paar Tage an der Ostsee im Urlaub und leider oder auch glücklicherweise war ein Internetzugang nicht möglich, da es dort (im tiefsten Naturschutzgebiet) keinen Empfang gab. Als ich dann nach drei Tagen mal wieder die Möglichkeit hatte, meine E-Mails zu checken, erwarteten mich in meinem Postfach böse Überraschungen. Unter anderem gab es

  • Serverprobleme und damit Schwierigkeiten mit der Erreichbarkeit unserer Internetseite (Umsatzeinbrüche von ca. 20%),
  • verpasste Presseanfragen
  • ein versäumtes Treffen mit einem potentiellen Partner

Was passiert, wenn man so etwas liest? Man gerät in Unruhe und wälzt bestimmte Probleme und Gelegenheiten ständig im Kopf herum. Resultat: Der Urlaub ist kein Urlaub mehr.

Natürlich ist es technisch heutzutage normalerweise kein Problem, seine Büronummer auf’s Handy weiter zu leiten oder mal eben die E-Mails zu checken. Dies dauert wahrscheinlich nur zehn Minuten. Aber diese zehn Minuten können unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Die Urlaubszeit wird eingeengt von Grübeln und dem Suchen nach Lösungen. Das ist dann einer der schlechtesten Zustände: Man ist im Urlaub, hat aber weder Erholung noch produktive Arbeit. Dieser Weder-Noch-Zustand sollte dem Entweder-Oder-Zustand weichen: Entweder ist man im Urlaub oder man arbeitet, ansonsten ist es nutzlose Zeitverschwendung.

Ich beginne zu realisieren, dass man den „Lärm“ auch mal abschalten sollte und dass die Welt nicht endet, wenn man mal offline ist.

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