So isst Deutschland
Gepostet von Elke Freimuth unter Deutschland, Länder
(Foto: Carey Russell)
Salziges vor dem Fernseher und Süßes vor dem PC, geredet wird vor allem beim Salatessen und die Jüngeren verhalten sich leicht animalisch: Gegessen wird, wenn der Hunger kommt. Die im Dezember 2009 veröffentlichte Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) “Essen & Trinken in Deutschland” analysierte das Essverhalten der Deutschen. Es wurden mehr als 4500 ausgewählte und repräsentative Konsumenten im Alter von 16 bis 69 Jahren befragt. Wir haben die erstaunlichsten Ergebnisse aufgeführt.
Die Ernährungsgewohnheiten der Deutschen sind mehrheitlich noch immer traditionell: Es gibt drei Hauptmahlzeiten und nachmittags Kaffee und Kuchen, das Mittagessen ist im Regelfall warm und wird meistens zuhause eingenommen. Doch es zeichnet sich ein neuer Trend ab: Die jüngere Generation tendiert zu unregelmäßigeren Essenszeiten und stärkerem Außer-Haus Verzehr.
Das Frühstück
Gegen halb fünf morgens beginnt für eine kleine Gruppe von Frühaufstehern der Tag mit einer ersten Mahlzeit. Die Mehrheit folgt deutlich später: zwischen acht und neun Uhr ist für knapp 40 Prozent der Deutschen Zeit für das Frühstuck. In der Stunde danach greifen sogar noch mehr zu, für viele ist dies aber schon die zweite Stärkung. Am Wochenende schlafen die Deutschen gerne aus und das Frühstück beginnt rund anderthalb Stunden später als an Arbeitstagen. Beliebt sind morgens vor allem Brot und Brötchen sowie Aufstriche in Form von Marmelade, Honig oder Schokocreme. Bei rund zehn Prozent kommen auch Käse, Wurst oder Cerealien auf den Tisch, Obst bei nur knapp neun Prozent.
Das Mittagessen
Das Mittagessen ist für die große Mehrheit der Deutschen eine warme Mahlzeit. Weniger als ein Viertel begnügt sich mit kalten Speisen, oft sind dies berufstätige Frauen. Überraschend häufig wird zu Hause Mittag gegessen. Abgesehen von den 20- bis 29-Jährigen überwiegt in allen Altersklassen das Mittagessen zu Hause. Neben den traditionellen Hauptmahlzeiten ist auch die Nachmittagsstärkung beliebt. Bei den Älteren vor allem klassisch mit Kaffee und Kuchen. Die Jüngeren greifen gerne zur modernen Variante wie Donut, Muffin oder Brownie, die zusammen mit dem Coffee-to-go unterwegs verzehrt werden können. Oft reicht ihnen auch ein Schokoriegel.
Das Abendessen
Das Abendessen wird am häufigsten zwischen 19 und 20 Uhr eingenommen, am Wochenende gerne auch etwas später. Mit 52 Prozent überwiegt noch knapp die kalte Brotzeit. Den Trend zum warmen Abendessen fördern die Berufstätigen, für die es teilweise die zweite warme Mahlzeit des Tages ist.
Jüngere tendieren zu unregelmäßigeren Mahlzeiten
Gegessen und getrunken wird bei den Jüngeren oftmals, wenn Hunger und Durst sich einstellen und gerade Zeit ist. Ob dieser deutliche Trend zu einer Verschiebung der klassischen Ernährungsstrukturen führt, werden die nächsten Jahre zeigen. Die 20- bis 24-Jährigen essen und trinken zudem auch am häufigsten unterwegs. Rund 40 Prozent ihrer Mahlzeiten nehmen sie außerhalb der eigenen Wohnung zu sich. Im Schnitt über alle Altersklassen sinkt der Außer-Haus-Anteil deutlich auf rund 28 Prozent.
Salat fördert die Kommunikation
Was machen die Deutschen beim Essen? Lesen und Radiohören sind die klassischen Begleiter beim Frühstück. Mit Zeitung und Hörfunknachrichten informieren sich die Deutschen bei Brot, Müsli und Ei über das Tagesgeschehen. Sich mit jemandem zu unterhalten ist morgens nur bei einem Drittel angesagt. Während Mittag- und Abendessen hingegen redet fast die Hälfte der Deutschen. Während des Abendessens läuft bei mehr als einem Drittel der Deutschen der Fernseher. Am kommunikativsten macht scheinbar der Verzehr von Salat, bei dem sich rund 58 Prozent unterhalten.
Genauer: Nur knapp 19 Prozent aller Befragten widmen sich bei den Mahlzeiten ausschließlich der Nahrungsaufnahme. 27 Prozent unterhalten sich beim Essen, 19 Prozent schauen dabei fern, 13 Prozent sitzen unterdessen am Computer, 12 Prozent essen während der Arbeit, 10 Prozent beim Radiohören und 8 Prozent lesen nebenbei.
Werden Essen und Trinken bald zur Nebensache? Obwohl das Nebenbei-Essen auf den ersten Blick vielleicht effizient und zeitsparend scheint, ist es aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht empfehlenswert. Das Gehirn ist nämlich bei der Nahrungsaufnahme abgelenkt und sendet weiter Hungersignale an den Körper. Folge: Man isst mehr als der Körper benötigt und was das wiederum bedeutet zeigt sich z.B. auf der Waage;-)
Quellen:
GfK
http://www.gfk.com/group/press_information/press_releases/004973/index.de.html
aid


Blogsuche








