Functional food

(Foto: Phillip Chee)

Probiotische Milchprodukte, Bonbons mit zusätzlichen Vitaminen, Kalzium im Müsli oder Brote angereichert mit Omega-3-Fettsäuren: Functional food boomt zur Zeit. Doch was ist functional food überhaupt und ist functional food wirklich so „funktionell“?

Functional food sind Lebensmittel, die mit Zusatzstoffen angereichert werden und einen gesundheitlichen Nutzen versprechen. Functional food stammt ursprünglich aus Japan. Bereits seit 1993 sind „funktionelle Lebensmittel“ dort auf dem Markt. Die Liste der hinzugefügten Zusatzstoffe im functional food ist lang. Die häufigsten Zusatzstoffe sind folgende:

Zusatzstoff Wirkung
Probiotika: Sie enthalten Darmbakterien, die das Wachstum von gewünschten Bakterien für die Darmflora unterstützen.
Präbiotika: Hierbei handelt es sich um unverdauliche Ballaststoffe, die ebenfalls das Wachstum von nützlichen Keimen im Darm anregen und so u.a. Verstopfung und Übergewicht vorbeugen sollen.
Omega-3-Fettsäuren: Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren können vom Körper nicht selbst hergestellt werden und müssen deswegen mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Omega-3-Fettsäuren sollen Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern und den Cholesterinspiegel senken.
Sekundäre Pflanzenstoffe: Auch diese Stoffe sollen den Cholesterinspiegel senken. Des Weiteren wird ihnen eine antioxidative Wirkung nachgesagt, die das Immunsystem stärken sollen.
Vitamine: Besonders Vitamin C und E weisen Antioxidantien auf und sollen so Zellschäden und Krebserkrankungen vorbeugen.
Folsäure: Die Folsäure hat einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System. Gerade bei einer Schwangerschaft ist Folsäure ein wichtiger Nährstoff.
Ballaststoffe: Ballaststoffe haben eine positive Wirkung auf die Verdauung.
Mineralstoffe: Iod, Magnesium, Eisen, und Kalzium sind wichtige Mineralstoffe, die Schilddrüsenerkrankungen vorbeugen. Zusätzlich sollen sie vor Osteoporose schützen.

Kritik

Die Hersteller versprechen viel: So soll functional food  den Alterungsprozess verzögern, vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen und sogar Krebs vorbeugen. Doch die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Der gesundheitliche Nutzen vieler Zusätze des functional food ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Schlimmer noch, bei einer Überdosierung von einigen Zusatzstoffen wie z.B. Vitamin A können auf Dauer böse Nebenwirkungen auftreten. Die tatsächliche Dosierung des functional food kann der Verbraucher nur schwer kontrollieren. Nicht für alle ist functional food geeignet: Menschen die z.B. kein Probleme mit ihrem Cholesterinwert haben, sollten auch keine Lebensmittel essen, die den Cholesterinwert senken. Gerade bei Kindern muss auf so etwas geachtet werden.

Kritisch sind zudem manche Werbeinhalte. Nur weil Bonbons und andere Naschereien mit Vitaminen angereichert sind, sind sie noch lange nicht gesund und sollten trotzdem nur in Maßen gegessen werden. Obwohl es rechtlich in Deutschland verboten ist, gesundheitsbezogene Werbung zu schalten, werben viele Hersteller mit Slogans wie z.B. „unterstützt die Immunabwehr“. Rechtlich bewegen sich solche Aussagen in einer Grauzone und sind somit zulässig. Das ruft oft falsche Assoziationen beim Verbraucher hervor.

Einige wenige Ausnahmen

Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. Bei probiotischen Joghurterzeugnissen sind die positiven Auswirkungen auf die Darmflora wissenschaftlich bestätigt. Weiterhin ist bewiesen, dass Pflanzensterine den Cholesterinspiegel senken können.

Fazit

Functional food sollte definitiv mit keinem Arzneimittel verglichen werden. Fraglich ist, ob wir diese ganzen Zusatzstoffe in unserer Nahrung wirklich brauchen. Eine gesundheitliche Wirkung dieser Lebensmittel ist wissenschaftlich nicht nachweisbar, abgesehen von einigen Ausnahmen.

Grundsätzlich gilt: Wer sich gesund und ausgewogen ernährt nimmt automatisch alle wichtigen Nähr- und Mineralstoffe auf. Bei einer falschen Ernährung können auch funktionelle Lebensmittel keine Mängel ausgleichen.

1 Kommentar zu “Functional food: Hält functional food wirklich was es verspricht?”

  1. [...] Effekt zu erzielen, setzen die Hersteller ihren Produkten zusätzliche „gesundheitsfördernde“ Inhaltsstoffe zu, wie zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe oder Bakterienkulturen zu. Nehmen wir diese Produkte [...]

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