Berlin-München: Was isst man im Zug?
Gepostet von Elke Freimuth unter Kulinarisches, Reise
Dass die Zeiten vorbei sind, in denen man Bücher und Zeitungen im Zug las, war mir klar. Heutzutage sieht man Leute eher vor Laptops oder auch am Blackberry, iPhone etc., die arbeiten, Texte schreiben, Spiele spielen, Filme ansehen, Musik hören, mailen beschäftigt sind. Bei einer fast sechsstündigen Zugfahrt von Berlin nach München und zurück wird fast jeder Reisende irgendwann mal essen. Da ich allgemein an Menschen und Essgewohnheiten interessiert bin, nutzte ich die Zugfahrt, um zu analysieren: Was isst der Mensch im Zug?
Also falls Sie in den letzten Tagen zwischen München und Berlin mit dem Zug unterwegs waren und eine neugierige Blondine Ihnen andauernd auf Ihr Essen geguckt hat – Entschuldigung. Es diente lediglich dem Zweck der Analyse;-)
Beginn
Zu Beginn der Zugfahrt (ca. 15 Uhr) von München nach Berlin war Fast food angesagt: Von Burgern bis Spare-Ribs, von Salat mit Pommes bis Milchshakes und Menus. Ein fettiger Geruch breitete sich am Anfang aus, der allerdings auch wieder schnell verschwand (etwa in Nürnberg). Da die Fahrt aber gegen Nachmittag begann, genehmigte sich die etwas ältere Fraktion auch gemütlich Butterkuchen und Törtchen, dazu ein Käffchen. Jüngere Mütter hatten entweder Brote vorbereitet, Gemüse klein geschnitten oder auch alle Zutaten griffbereit, um ein Fläschchen frisch zurecht zu mischen. Der Inhalt wurde dann dem Sohneman oder dem Töchterchen nach und nach eingeführt. Übrigens sieht man auf Fahrten mit dem Auto auf der Autobahn ja schon oft, dass den Kindern hinten auf der Rückseite der Kopfstütze ein TV geboten wird – in Zügen verfügen Mütter inzwischen vermehrt über Laptops zu dem gleichen Zweck.
Der Snack zwischendurch
Gegen 17 Uhr nach einem kleinen Nickerchen kam dann der Snack zwischendurch: Ein Managertyp mit Laptop und Kopfhörer aus meinem Abteil aß in ca. 10 Minuten eine ganze Tüte Buchstaben- bzw. Zahlenkekse weg! Okay, neben ihm lagen auch Bananen und Äpfel, so dass wir davon ausgehen können, dass er für seinen Job viel Energie braucht. Die vorbereitete Stulle war zu diesem Zeitpunkt nicht so häufig im Zug anzutreffen wie Schokolade oder Süßigkeiten und von bekannten Bäckerketten erworbene Brötchen, Baguettes oder Bretzel. Obst wie Weintrauben wurde seltener verzehrt. Wasser war übrigens der Durstlöscher Nr. 1, gefolgt von Multivitaminsäften und Softdrinks (Cola etc.), aber auch Bier.
Gegen Abend
Jüngere genehmigten sich 3-4 Schokoriegel, im Restaurant aßen die Frauen hauptsächlich Ofenkartoffel mit Salat, Männer Fleisch und irgendeine Masse (Spätzle?), teilweise wurden auch Gummibärchen oder Croissants gegessen. Gegen Abend verstärkt sich allerdings meine Vermutung: Wir sind Brotesser. Ob alt oder jung, fast jeder hat eine Papiertüte, in der sich belegte Brote oder Brötchen befinden, ob selbst gemacht oder gekauft. Top-Snack Nr. 2 war die Bretzel. Das kann natürlich am Ausgangsort München liegen…
1 Kommentar zu “Berlin-München: Was isst man im Zug?”
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